Östlicher Bahnhofplatz bleibt weiterhin für Autos gesperrt / Verkehrsversuch im Planungsausschuss / Änderung bei Tram-Trasse Süd-Ost [2009-03-25 15:46]

Die per Verkehrsversuch Bahnhofplatz eingeführte östliche Sperrung des Platzes für Autofahrer bleibt bestehen – mit der Einschränkung, dass die Verkehrsführung nochmals geprüft wird, wenn die Frage der künftigen Haltepunkte der VBK-Busse geklärt ist. Dafür hat sich der Planungsausschuss am Dienstag (24. März) in nichtöffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert ausgesprochen. Dabei differierte das Meinungsbild zwischen der vor allem mit Blick auf die dort ansässigen Geschäftsleuten vorgetragenen Forderung, es müsse wieder eine Durchfahrt für Autos geben, und der Überzeugung, dass ein komplett vom Individualverkehr befreiter Platz anzustreben sei.

Im öffentlichen Teil hatte der Ausschuss sich zuvor kritisch mit der beabsichtigten Verlagerung der Bushaltestelle in die Victor-Gollancz-Straße befasst. Eine Planung, die durch den barrierefreien Umbau der VBK-Bahnsteige auf dem Bahnhofplatz ausgelöst wurde. Da die Verlagerung die direkte Umsteigebeziehung zwischen Bus und Stadt- und Straßenbahn verschlechtert, war die Forderung im Ausschuss zu prüfen, ob zumindest ein Zwischenstopp in Nähe der VBK-Bahnsteige möglich ist.

Die Sperrung des Platzes für Autofahrer war im Juni 2008 provisorisch zwischen Bahnhofstraße und Am Stadtgarten eingerichtet worden mit der Absicht, Fußgängern das Queren des Platzes zu erleichtern. Busse der Verkehrsbetriebe und Fahrradfahrer können den östlichen Bahnhofplatz derzeit noch anfahren, außerdem Taxen. Bereits vor und während der Testphase hat die Stadt die Situation auf dem Platz beobachtet und nun im Ausschuss ein grundsätzlich positives Resümee gezogen. Denn nach einer Eingewöhnungsphase mit zwangsläufigen Fehlfahrten hat sich die neue Regelung nun eingespielt. Bereits die Fußgängerzählung im September 2008 bestätigt, dass Fußgänger den Platz zunehmend „als ihr Revier“ angenommen haben – sie benutzen verstärkt die volle Breite des östlichen Platzes zum Queren oder gehen auch diagonal oder in Längsrichtung. Mit einer größeren Außenbewirtung wurde auf die neue Situation reagiert. Zudem bestätigen Verkehrszählungen die vor dem Versuch erstellen Modellrechnungen. Kernaussage ist, dass der Verkehr in Straßen wie der Ebert- oder auch Bahnhofstraße abgenommen hat ohne dass es anderenorts zu einer signifikanten Verkehrsverlagerung gekommen ist.

Keine Einwendungen gab es im Ausschuss gegen eine Planänderung für die Straßenbahn Süd-Ost. Die Neubaustrecke verläuft durch die Philipp-Reis-Straße, die Ludwig-Erhard-Allee und Schlachthausstraße. In der Philipp-Reis-Straße ist die Trasse nun in südlicher Lage vorgesehen. Für die Seitenlage spricht im Gegensatz zu den bisher in Mittellage geplanten Gleisen unter anderem, dass die Haltestelle „Philipp-Reis-Straße so näher am Knotenpunkt Rüppurrer Straße liegt, zudem ergeben sich mehrere Vorteile für die Führung von Bahn- und Autoverkehr. Die weitere Änderung, die auf Zustimmung im Ausschuss stieß, betrifft die Schlachthofstraße beim Restaurant Kaldaune. Die Umfahrung soll nun mit beiden Gleisen auf der Westseite der Gaststätte erfolgen. Damit gewinnt die Gaststätte mehr Fläche für eine Außenbewirtung, die Trassenführung am Knoten Schlachthaus-/Tullastraße/Durlacher Allee wird einfacher. Baubeginn soll Anfang 2010 sein. Bis Mitte 2011 soll die Strecke, die auch für Umleitungen während des Baus der Kombilösung vorgesehen ist, fertig gestellt sein.

Zusätzlicher Pressedienst der Stadt Karlsruhe vom 25. März 2009

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