Gemeinderat soll über ein Verbot der Computer-Bundesliga in der Schwarzwaldhalle entscheiden [2009-05-22 18:50]

Öffentliche Sondersitzung am Dienstag, 26. Mai 2009 im Rathaus/ Oberbürgermeister Heinz Fenrich: Informationsoffensive weiterführen

Der Gemeinderat wird sich am nächsten Dienstag, 26. Mai, in einer Sondersitzung mit der für den 5. Juni in der Schwarzwaldhalle geplanten „Turtle-Electronic Sports Leage“ befassen. Die öffentliche Sitzung beginnt unter Vorsitz von Oberbürgermeister Heinz Fenrich um 15.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

Die CDU-Fraktion hatte Oberbürgermeister Heinz Fenrich zur Einberufung der außerordentlichen Sitzung aufgefordert, sofern die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK) nicht von sich aus den Mietvertrag mit dem Veranstalter der „Computer-Bundesliga“, der Turtle Entertainment GmbH, beendet. „Wir müssen uns bei den Entscheidungen an die gültigen gesetzlichen Rahmenbedingungen halten und dürfen uns nicht durch die Absage einer Veranstaltung der gesellschaftspolitischen Diskussion entziehen“, begründete Oberbürgermeister Heinz Fenrich, warum er als zuständiger Gesellschafter der Stadt die Geschäftsführung der KMK nicht angewiesen hat, das Vertragsverhältnis abzusagen. Auch die KMK-Geschäftsführung habe versichert, am Mietvertrag festhalten zu wollen. Dabei verweist sie nicht nur auf die finanziellen Nachteile einer Absage. Die KMK würde künftig auch bei Veranstaltern als unsicherer Vertragspartner gelten, wenn die Stadt als Gesellschafter in das operative Geschäft eingreift. Da die Gemeindeordnung aber unter bestimmten Voraussetzungen festlegt, dass der Gemeinderat einzuberufen ist, wenn dies ein Viertel der Gemeinderäte fordere, habe er die öffentliche Sitzung für den kommenden Dienstag angesetzt. Um für den Fall einer vom Gemeinderat beschlossenen „Beendigung“ des Mietvertrages etwaige Schadensersatzansprüche so gering wie möglich zu halten, habe er sich dafür entschieden, die Sitzung bereits für nächsten Dienstag und damit kurzfristig ohne die sonst üblichen Fristen einzuberufen. Jede weitere Verzögerung würde eventuelle Schadensersatzforderungen erhöhen.

„Bei der Informationsveranstaltung am Mittwoch für die Medien sowie den Gemeinderat haben uns die Experten in der Auffassung bestärkt, wie wichtig und richtig es ist, sich mit dem Thema Ego-Shooter-Spiele zu befassen. Erwachsene, vor allem Eltern und Lehrkräfte, müssen sich hier eine medienpädagogische Kompetenz aneignen, um der Jugend auch Orientierung geben zu können“, so OB Fenrich. Genau diese Zielsetzung verfolge er mit seiner angestoßenen lokalen Informationsoffensive. Das Info-Angebot mit Experten von Bundeszentrale für politische Bildung, Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Stadtjugendausschuss sowie der Veranstaltungsseite diene dazu, Wissenslücken zu schließen und die Auseinandersetzung um die Wirkungen von Spielen wie Counter-Strike oder Warcraft auf Jugendliche auf eine fundierte Basis zu stellen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass z.B. Counter-Strike von kompetenter Stelle gerade nicht als jugendgefährdend und gewaltverherrlichend eingestuft wird.

„Turtle Entertainment hat uns gegenüber bekundet, am Spielort Karlsruhe für die Electronic Sports League festhalten zu wollen, wobei sich der Veranstalter sehr kooperativ zeigt und den 5. Juni auch als Plattform für interessierte Erwachsene anbietet, informierte OB Fenrich. So werden für interessierte Eltern sowie Lehrkräfte Fachleute in der Schwarzwaldhalle zum Gespräch bereit stehen. Schließlich soll als dritter, zentraler Baustein der lokalen Informationsoffensive, nach der Kommunal- und Europawahl am 7. Juni eine öffentliche Podiumsdiskussion die weitere konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen.

Sonder-Pressedienst vom Freitag, 22. Mai 2009

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