Hugo Mann hat Karlsruhe und die Karlsruher Wirtschaft geprägt [23.12.2008]

OB Fenrich kondoliert zum Tode von Hugo Mann bq. Zum Tode von Hugo Mann hat Oberbürgermeister Heinz Fenrich den Angehörigen

im Namen der Stadt Karlsruhe wie auch persönlich das herzliche Beileid ausgesprochen. In einem Kondolenzschreiben würdigt er die Verdienste des Mannes, der 1938 in die Fächerstadt kam und Karlsruhe und die Karlsruher Wirtschaft geprägt hat. „Mit Hugo Mann ist ein überaus erfolgreicher Unternehmer und eine herausragende Persönlichkeit von uns gegangen“, so Fenrich: „Er galt als ein großer Pionier des Deutschen Einzelhandels. Als er in der Karlsruher Kaiserpassage sein erstes Möbelhaus gründete, ahnte sicher nicht einmal er selbst seinen späteren Erfolg.“ Nach der Zerstörung im Krieg und seiner Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft kehrte Hugo Mann 1949 nach Karlsruhe zurück – und habe sich sofort an die Arbeit des Wiederaufbaus gemacht, baute in der Innenstadt „Möbel Mann“ neu auf.

Lange vor allen anderen habe Mann die Zeichen der Zeit erkannt; mit untrüglichem Gespür habe er neue Wege gefunden und Entwicklungen in Gang gesetzt, die, so Fenrich, „den Einzelhandel bis heute prägen“. Als erster Unternehmer in Deutschland habe er mit „Wertkauf“ auf Selbstbedienungs-Warenhäuser gesetzt. „Die Idee, nach amerikanischem Vorbild ein Vollsortiment von Lebensmitteln und Waren aller Art in einem Warenhaus zusammen zu fassen, war 1958 revolutionär. Heute sind große Selbstbedienungs-Warenhäuser und Supermärkte aus der Einkaufslandschaft nicht mehr wegzudenken. Auch die von Hugo Mann konzipierten Einrichtungswarenhäuser mit einem breit gefächerten Angebot waren richtungweisend“, heißt es im Scheiben des Oberbürgermeisters. Und weiter: „Mit „Mann-Mobilia“ gab er dem Möbelhandel eine neue Dimension. Ebenso stammte das erste geschlossene Warenwirtschaftssystems des Einzelhandels von ihm. Sogar der Sprung über den großen Teich gelang Hugo Mann; zunächst im Einzelhandel und anschließend vor allem im Immobiliengeschäft konnte er sich in Amerika behaupten.“

„Weitblick und Kreativität prägten sein Handeln ebenso wie seine Tatkraft und Zähigkeit“, betonte Fenrich. Dabei sei er auf der einen Seite der hart arbeitende, erfolgreiche Unternehmer gewesen, „auf der anderen Seite blieb er stets der Mensch mit Herz, der mit zahlreichen Spenden medizinische, soziale oder kulturelle Bereiche unterstützte“.

Sonder-Pressedienst vom Dienstag, 23. Dezember 2008

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Auf die Beziehungen kommt es an [24.10.2008]

KIT-Forscher arbeiten an schnellen und sinnvollen Verknüpfungen in Wissensnetzen – Konferenz zum Semantic Web in Karlsruhe

Wissen in Netzen lässt sich nur effizient nutzen, wenn Automatismen es schnell und sinnvoll verknüpfen. So lautet das Credo der Forscher, die sich vom 26. bis 30. Oktober zur 7th International Semantic Web Conference (ISWC2008) im Kongresszentrum Karlsruhe treffen. Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und am Forschungszentrum Informatik (FZI) mit ihren Wirtschaftspartnern veranstalten die Tagung. Sie sind maßgeblich an einer aktuellen Anwendung semantischer Technologien beteiligt: dem City Wiki Karlsruhe.

Was die Wissenschaftler vorhaben, erklärt Professor Rudi Studer vom Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB), der Präsident der Semantic Web Science Association (SWSA): „Wir wollen Informations- und Kommunikationssystemen beibringen, Inhalte und Sinnzusammenhänge zu verstehen.” Manuell könnten die weltweit über verschiedene Quellen und in diversen Formaten zugänglichen Informationen nicht mehr befriedigend ausgewertet werden. Daher wollen die Forscher die Netze befähigen, die Bedeutung von Daten zu interpretieren und so das Wissen vernünftig zu verbinden. Erst dann, so Studer, können sie „die Menschen in einer immer komplexeren Welt aktiv unterstützen“. Denn wenn der Sinnzusammenhang für die Maschine erschließbar sei, habe sie im Gegensatz zum Menschen keine Probleme mit der Menge und Verschachtelung von Zusammenhängen.

Zu den wichtigsten Entwicklungen der Forschungsgruppen von Rudi Studer gehört die semantische Erweiterung von Mediawiki – einer Software, mit der man Wikis betreibt, Textsysteme, in denen Nutzer nicht nur lesen, sondern auch selbst etwas eintragen können. Bekanntestes Beispiel ist Wikipedia. Semantic Mediawiki setzt nun darauf, dass die Benutzer bereits bei der Eingabe von Information diese in einen größeren Sinnzusammenhang platzieren, indem ihre Eingaben mit Metadaten verknüpft werden. Diese Metadaten werden wie Karteikarten oder Etiketten an den Eintrag angeheftet.

Eine Gruppe am AIFB unterstützt den Aufbau des City Wiki Karlsruhe, eines geplanten Internetportals für die Region Karlsruhe. Betreiber des Portals ist der gemeinnützige Bildungsverein Region Karlsruhe e. V., der auch das Karlsruher Stadtwiki auf den Weg gebracht hat. Während der ISWC startet das Portal, auf dem freie Autoren Inhalte vernetzen und Informationen hinzufügen. Es basiert auf der Technik der Online-Enzyklopädie Wikipedia – das AIFB hat ein Werkzeug beigesteuert, das die Inhalte interpretiert. Neben der Ausweitung auf Einträge in englischer, französischer und eventuell auch weiterer Sprachen sei dies die entscheidende Weiterentwicklung, sagt Wilhelm Bühler vom Bildungsverein: „Für die Autoren wird die Arbeit deutlich einfacher“. Wenn sie zum Beispiel im Beitrag über Markgraf Karl Wilhelm das Geburtsdatum korrigieren, das auch im Beitrag über sein Geburtsjahr vorkommt, ändert das System das Datum dort selbst. „Die Verknüpfungen bekommen eine Bedeutung“, sagt Bühler.

Mit solchen praxistauglichen Standards und Methoden befasst sich die ISWC 2008. So geht Ramesh Jain, Unternehmer, Forscher, Ausbilder und zurzeit Professor für Information & Computer Sciences an der University of California, Irvine, auf Beispiele semantischer Lösungen für das Management von Multimediaformaten ein. John Giannandrea, Mitbegründer des Unternehmens Metaweb Technologies, das mit Freebase eine semantische Datenbank auf den Markt gebracht hat, stellt den Ansatz seines Unternehmens vor und zeigt, wie sich Informationen, die zu einem Objekt in verschiedenen Informationsquellen vorhanden sind, so eindeutig verknüpfen lassen, dass sie in einer Antwort erscheinen.

Nähere Informationen:

http://iswc2008.semanticweb.org/

Presseinformation
Nr. 070 | ele | 24.10.2008
www.kit.edu

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art KARLSRUHE 2008 mit neuem Besucherrekord [02.03.2008]

Schlussbericht art KARLSRUHE 2008

Umsatzstark, publikumsnah, qualitätvoll

“Wir sind so gut wie ausverkauft”, lautet das Fazit, mit dem der Berliner Galerist Michael Schultz die fünfte art KARLSRUHE abschloss. Es sei sensationell wie sich die Messe entwickelt habe. “Ich bin voller Bewunderung für den Kurator, Ewald Karl Schrade, und das gesamte Team”, lobte Schultz. Auch in diesem Jahr glänzte die “größte und schönste Galerie Süddeutschlands” mit hervorragendem Umsatz, hoher Qualität und exzellentem Service. Erneut konnte die Messe ihre Besucherzahlen steigern. Klaus Hoffmann, Geschäftsführer der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH: “Fantastisch, über 38 000 Kunstinteressierte waren in diesem Jahr dabei.” Nicht zuletzt internationale Sammler wie den Niederländer Arie de Knecht oder den Portugiesen Manuel Gardia lockte die Messe nach Karlsruhe. Am Ende verbuchte sie einen Besucheranstieg von rund zehn Prozent. Schrade brachte den Erfolg auf den Punkt: “Die Kunstwelt trifft sich jetzt hier.”

Überregionale Verkaufserfolge

Klassische Moderne und Gegenwartskunst: Das Profil der Messe spiegelt sich in den Verkaufserfolgen. Internationale Galerien, etwa die Art Company AKA aus Seoul (Südkorea), die mit junger Kunst aus ihrem Land handelt, meldeten florierende Geschäfte. Immerhin 15 verkaufte Arbeiten sorgten dort für vollste Zufriedenheit: “Wir kommen wieder”, wissen die Koreaner schon jetzt. Salis & Vertes (St. Moritz, CH) erzielte mit einem Ölgemälde von Tom Wesselmann 240 000 Euro. “Eine wunderschöne Messe”, resümierte Mitarbeiter Philippe David, “enorm viele Besucher, eine hervorragende Organisation. Wir konnten viele Sammler begrüßen und unseren Kundenstamm erweitern. Die art KARLSRUHE ist gelungen.” Ähnliche Stimmen waren in der dm-arena zu hören. Der Chorus-Verlag registrierte stetigen Verkauf am dortigen Stand. Gleiches galt für die Galerie von Dr. Dorothea van der Koelen in Halle 2. Hier vermittelte die renommierte Verlegerin und Galeristin eine Lichtkunstarbeit von Michel Verjux, obendrein fand sie einen privaten Neukunden in Sachen Kunst am Bau.

Gabriele von Loeper (Hamburg) war erstaunt über das “riesige Interesse” des bestens informierten Fachpublikums. Dass die Messe zudem ein reger Ort für den Austausch von Kontakten ist, bestätigten die Düsseldorfer Galeristin Cora Hölzl und die Kölner Galerie Benden & Klimczak. Kollegin Alexandra Irigoyen (Madrid, Spanien) sah die art KARLSRUHE in einem kulturellen Zusammenhang: “Die Messe hilft uns dabei, spanische Künstler im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen”. Und sie sprach der Messe ein großes Kompliment aus: “Wir sind hier sehr freundlich empfangen worden. Alle sind so charmant”. Besonders hoben die Galeristen den professionellen Service seitens des Messeteams hervor.

Neben dem Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking fanden auch Frieder Burda und Rüdiger Hurrle den Weg zur art KARLSRUHE. Aber nicht nur Sammler, sondern auch Künstler kamen. Mit 94 Jahren bestimmt einer der ältesten Messegäste überhaupt, besuchte K. O. Götz seine Ausstellung bei der Galerie Schlichtenmaier (die überaus umsatzstark war). Auch Alfonso Hüppi, Horst Egon Kalinowski, Markus Lüpertz, Hans Peter Reuter und Norbert Tadeusz reihten sich ins Publikum ein.

Kunstkritik und Markt: das art meeting – art KARLSRUHE-Preis

Die Kontinuität des art meetings trage jetzt Früchte, urteilte Ewald Karl Schrade. Wichtige Impulse in Richtung Kunstkritik sendete die zweite Veranstaltung der fünften art KARLSRUHE aus. Auf dem Podium, wo die Kunstjournalistin Dorothee Baer-Bogenschütz für die Moderation sorgte, diskutierten Prof. Klaus Honnef (freier Kunstkritiker, Bonn), Hans-Joachim Müller (freier Kunstkritiker, Freiburg) und Dr. Susanne Schreiber (Redaktionsleiterin “Kunstmarkt” beim Düsseldorfer “Handelsblatt”) über die Entwicklungen und die Rolle einer kritischen Auseinandersetzung mit der Kunst in den Medien. Schreiber berichtete von ihren Redaktionserfahrungen. “Wir wollen den Markt transparent machen”, beschrieb sie ihr Anliegen. Allerdings sieht sie eine Gefährdung des Journalismus durch den zusehends steigenden Druck auf ihre Redaktion Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Klaus Honnef konstatierte einen bedrohlichen Wandel der Kritik hin zur Verbreitung nackter, bedeutungsloser Zahlen – anstelle von Inhalten. Das einzige objektivierbare Kriterium an der Kunst sei ihr Preis.

Ebenso unterhaltsam wie intelligent fragte Hans-Joachim Müller, ob man die Kunstkritik amtlich schützen solle. Was zunächst zynisch klang, hat durchaus seine Berechtigung. Heute, so Müller, beschränke sich der Kunstjournalismus allzu oft auf die Nacherzählung von Erfolgsstorys und Künstler-Biografien. Der Kritiker, verwirrt von der Unüberschaubarkeit der ganz unterschiedlichen Kunstszenen, wisse bisweilen nicht mehr als der Laie und könne deshalb keine Richtschnur vorgeben. Müller appellierte an seine Kollegen, wieder genauer hinzuschauen: “Kritik hat mit Unterscheidenkönnen zu tun. Es geht um das Interesse an der Sache selbst”, so seine Überzeugung.

Zur diesjährigen Messe-Ausgabe wurde der erste art KARLSRUHE-Preis des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe verliehen. Die Geehrten sind der Künstler Reto Boller (Jahrgang 1966) und die Galerie Mueller-Roth (Stuttgart). Der Künstler bot laut Auswahlgremium die beste One-Artist-Show. Angekauft wurden mit den 15 000 Euro zwei Werke aus der Schau. Sie dienen dem Aufbau der art KARLSRUHE-Collection.

Dr. Dietrich Birk, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, war denn rundum zufrieden: “Die art KARLSRUHE hat sich in kürzester Zeit ihren Platz im Kreis der bedeutendsten Kunstmessen im deutschsprachigen Raum erobert. Aber auch international ist sie zu einem Begriff und zu einer festen Adresse geworden.”

Hervorragende Voraussetzungen also fürs nächste Jahr, wenn die sechste art KARLSRUHE vom 5. bis 8. März 2009 ihre Tore öffnet.

KMK Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH

Abt. Presse/Öffentlichkeitsarbeit

2.3.2008

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