Vor 80 Jahren wurde das „Rappele” am 20. Juli eröffnet [02.06.2009]
Zwei Tage Geburtstag feiern im Karlsruher Rappenwörtbad
Das Rappenwörtbad feiert in diesem Jahr Jubiläum. Achtzig Jahre alt ist das von seinen Besuchern „Rappele“ genannte Freibad, das am 20. Juli 1929 eröffnet wurde. Eine Jubiläums-Party am Samstag, 6. Juni, ist Auftakt zu zwei Feiern am Rhein. Ab 20 Uhr veranstaltet der „Cotton Club“ eine Fete mit Bademöglichkeiten. An dem Tag gibt es coole Musik und heiße Rhythmen auf zwei Tanzflächen. Parkplätze sind vor dem Bad vorhanden, jedoch empfehlen die Bäderbetriebe Straßenbahnen oder den Busshuttle zu nutzen. Am Sonntag, 7. Juni, geht die Party für nur einen Euro Eintritt weiter. DLRG und die Feuerwehr Daxlanden bieten für Kinder zahlreiche Aktionen an. Weitere Veranstaltungen sind am Freitag, 26. Juni, ein „Mittsommerbaden“ und am Sonntag, 26. Juli, ein Freibadgottesdienst der Evangelischen Kirche.
Wo heute geschwommen, gespielt und gesonnt wird, war vor 80 Jahren an „öffentliches“ Schwimmen noch nicht zu denken. Man planschte im Rhein, und selbst nach Eröffnung des Bades gab es noch eine Schwimmbahn im „offenen Strom“. Als Besonderheit galt damals das 500 Meter lange Badebecken, das vom Rhein unterirdisch durchströmt wird, jedoch abgetrennt ist. Dieses Naturbecken wurde durch Floßbrücken unterteilt und gestatte so Schwimmwettkämpfe, Turmspringen und Wasserball gleichzeitig.
Doch wie konnte auch die wachsende Stadtbevölkerung das Freibad vor den Stadttoren im neuen, heute 16 Hektar großen Erholungsgebiet nutzen? Die Stadt richtete eine Autobusverbindung ein, die in der Startphase Berufstätige schon über Mittag in das Bad am Rhein fuhr. Die für den Naturschutz ebenfalls schon 1929 eingerichtete Vogelwarte musste aus Kostengründen fünf Jahre später wieder geschlossen werden. Seit 1996 befindet sich an dieser Stelle das Naturschutzzentrum. Sportlich machte das „Rappele“ als Wiege des Deutschen Ringtennis von sich Reden. Zeitweise waren 60 Ringtennisfelder für Wettkämpfe in der Parklandschaft angelegt. Verbreitet waren damals zudem die „Rhönräder“, in die man sich hineinstellte und kopfüber mit dem ganzen Körper drehte.
Vor rund 40 Jahren waren dann Korrekturen nötig. Das Naturbecken wurde wegen der Verschmutzung des Rheins für das öffentliche Baden geschlossen. Dafür bieten heute im neuen „Rappenwört“ ein Mehrzweckbecken, Kinderplanschbecken, ein großes Wellenbecken, ein Erlebnisbecken mit Strömungskanal sowie ein Sprungbecken mit 1-Meter-Brett, einem 3- und 5-Meter-Turm verschiedene Wasservergnügen. Zu den beliebten Attraktionen zählen außerdem zwei Riesenrutschen.
Ringtennis, Fußball, Basketball, Volleyball, Tischtennis und Minigolf auf einer 18-Loch werden das ganze Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft der Schwimmanlagen gespielt. Bis zu 276 000 Besucher kommen bis Ende einer Badesaison in das Rappenwörtbad, das vor einem Jahr aufwändig umgebaut wurde. Inmitten der Rheinauen auf der Rappenwört Insel gelegen ist das „Rappele“ nicht nur Karlsruhes größtes und ältestes Freibad, sondern auch eines der naturnahesten Freibäder in ganz Deutschland.
Pressedienst vom Dienstag, 2. Juni 2009 Nummer 9
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