(lra) 504 Brandeinsätze, 1373 technische Hilfeleistungen, 58 Einsätze im Zusammenhang mit Tieren/Insekten, rund 300 Einsätze im Bereich Brandsicherheitswachdienst und 807 Fehlalarmierungen beschäftigten die Feuerwehren im Landkreis Rastatt im Jahr 2009. Das waren 734 Einsätze weniger als im Jahr zuvor. Vor größeren Schadenslagen, wie Großbränden, Unwetter- oder Hochwasserereignissen ist die Region verschont geblieben. Viel Arbeit, aber glücklicherweise keine Einsätze hat der Nato-Doppelgipfel im April 2009 verursacht, bei dem viele Feuerwehren aus dem Landkreis Rastatt planerisch und im Rahmen der Gefahrenvorsorge hervorragende Leistungen erbracht haben.
Wie das Landratsamt weiter mitteilt, mussten die Feuerwehren laut Statistik täglich neunmal ausrücken. Kreisbrandmeister Manfred Tremmel freut sich darüber, dass bei den Einsätzen 187 Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen geretteten werden konnten.
Die Feuerwehraufsicht im Landratsamt Rastatt stellt erfreut fest, dass sich die Zahl der aktiven Feuerwehrleute in den 66 Abteilungen der Gemeindefeuerwehren stabilisiert hat und wieder leicht ansteigt. 2749 Feuerwehrmänner und 118 Feuerwehrfrauen – Ende 2008 waren es nur 2340 Feuerwehrangehörige – , leisten derzeit in den Gemeindefeuerwehren ihren Dienst. In den 21 Jugendfeuerwehren des Landkreises werden 707 Jugendliche, darunter 72 Mädchen, für den Feuerwehrdienst ausgebildet. Sehr engagiert sind auch die Altersabteilungen, in denen 953 Alterskameraden Dienst leisten. Dieses stetige und engagiertes Arbeiten in allen Altersklassen an der Basis des Feuerwehrwesens garantiert laut Kreisbrandmeister Tremmel die erforderliche Qualität und Quantität zur Gefahrenabwehr in den Städten und Gemeinden.
Auch die neun Werkfeuerwehren mit 401 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können eine ansehnliche Leistungsbilanz präsentieren. 1521 Einsätze konnten im vergangenen Jahr gemeistert werden.
Landrat Jürgen Bäuerle und Kreisbrandmeister Manfred Tremmel stellen weiter fest, dass die Feuerwehren im Landkreis Rastatt gut ausgerüstet und hochqualifiziert sind. Die Bevölkerung könne stolz auf die Männer und Frauen sein, die rund um die Uhr bereit sind, sich für ihre Mitmenschen und deren Hab und Gut einzusetzen. Der Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr und auch in den Werkfeuerwehren sei ein außergewöhnliches und sehr zeitaufwendiges Engagement, das den ganzen Menschen fordere und oft mit Gefahr für das eigene Leben verbunden sei.
Pressemitteilung Nr. 29 vom 29. Januar 2010
[Rubrik: Landkreis-Rastatt] [Tags: feuerwehr]
Europäischer Beschluss zum einheitlichen Notruf 112 seit dem Jahr 1991
Kreis Karlsruhe. Die enorme Wichtigkeit der 112 als zentraler europäischer Notrufnummer für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr haben das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission nochmals mit einer gemeinsamen Dreiererklärung zur Einführung eines „Europäischen Tags des Notrufs 112“ am 11. Februar 2009 bekräftigt. Die Bundesrepublik Deutschland und mit ihr das Land Baden-Württemberg sind an diesen Beschluss gebunden.
Auch in anderen europäischen Mitgliedsstaaten gab es in der Vergangenheit und gibt es noch heute neben dem Notruf 112 andere Telefonnummern, über die Notrufe für spezielle Hilfeersuchen, z. B. für den Rettungsdienst, abgesetzt werden. In Baden-Württemberg waren Feuerwehr und Rettungsdienst aus historischen Gründen getrennt; sie betreiben aber im Gegensatz zu früher nur noch in wenigen Ausnahmefällen getrennte Leitstellen. So momentan noch im Stadt- und Landkreis Karlsruhe.
In diesen Fällen wird der Notruf 112 von der Feuerwehr abgefragt, und der Rettungsdienst ist über die Telefonnummer 19222 erreichbar. Während der europaweite Notruf 112 technisch so ausgestattet ist, dass er von einem Mobiltelefon mit Simkarte von jedem Festnetztelefon und auch von allen öffentlichen Telefonzellen kostenfrei und ohne jede Vorwahl genutzt werden kann, gibt es diese Möglichkeit bei der 19222 nicht.
Im Zuge der Diskussion um die Einführung sog. Integrierter Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst wird der Eindruck vermittelt, bei der Notrufabfrage herrsche Chaos oder es wäre nicht möglich, den Notruf 112 bei einem hohen Aufkommen von Hilfeersuchen rechtzeitig abzufragen.
Stadt- und Landkreis Karlsruhe, als Träger der Gemeinsamen Feuerwehrleitstelle, widersprechen dieser Behauptung entschieden. Mit Hilfe technischer, organisatorischer und personeller Vorkehrungen konnte in der Vergangenheit sichergestellt werden, dass auch bei Großschadensereignissen die Notrufe über die 112 zeitgerecht abgefragt werden konnten. Dabei ist sichergestellt, dass die medizinischen Notrufe unmittelbar an die Rettungsleitstelle weitergeleitet werden.
Die in diesem Zusammenhang diskutierte Einrichtung einer weiteren dreistelligen, rein medizinischen Notrufnummer, wird von Stadt- und Landkreis Karlsruhe für unschädlich gehalten, sie ist jedoch in keiner Weise notwendig. In nahezu allen Bundesländern und in den meisten Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg sind Integrierte Leitstellen und die gemeinsame Nutzung des einheitlichen Notrufs 112 seit vielen Jahren völlig selbstverständlich und auch bei einem hohen Aufkommen von Hilfeersuchen unkritisch.
Letztendlich müssten, auch nach Einrichtung einer dreistelligen medizinischen Notrufnummer alle bis dahin genutzten Notrufnummern innerhalb kürzester Frist abgefragt werden. Der Engpass, beim Aufkommen von zahlreichen Notrufen ist nicht die Notrufnummer 112, sondern die dahinter stehende Technik, die dahinter stehende Organisation und das dahinter stehende qualifizierte Personal. Stadt- und Landkreis sind hier sehr gut aufgestellt.
Das Angebot und der Wille seitens der Stadt und des Landkreises Karlsruhe, die Verhandlungen über die Bildung einer Integrierten Leitstelle mit dem DRK-Kreisverband Karlsruhe fortzusetzen, bestehen seit nahezu 20 Jahren. Alle Beteiligten sollten die Chance zum Wohle der Bevölkerung nutzen.
MEDIEN-INFORMATION Nr. 380 vom 30.07.2009
[Rubrik: Landkreis-Karlsruhe] [Tags: drk,
feuerwehr]
„Die Einsatzzahlen der Feuerwehren aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe waren im vergangenen Jahr fast unverändert. In 2008 waren es insgesamt 6.299 Einsätze nach 6.471 im Vorjahr“, erläutert Jürgen Bordt, organisatorischer Leiter der Leitstelle, bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2008 der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Die Zahl der Notrufe im Tagesschnitt ist von 446 auf 462 leicht angestiegen. Auch im abgelaufenen Jahr war die Arbeit in der Feuerwehrleitstelle für das eingesetzte Personal nicht immer frei von Belastungen. Der organisatorische Leitstellenleiter berichtet von vielen Scherzanrufen. Die neue Notrufverordnung, die in Kürze in Kraft tritt, soll hier eine Verbesserung bringen. Es besteht dann nur noch mit Handys, in welche eine betriebsbereite SIM-Karte eingesetzt ist, die Möglichkeit einen Notruf abzusetzen. Bisher war dies auch ohne eine solche Karte möglich. Daraus resultierten unzählige Scherzanrufe, deren Herkunft nicht nachvollzogen werden konnte.
Die seit fast zehn Jahren eingerichtete gemeinsame Feuerwehrleitstelle des Stadt- und Landkreises Karlsruhe ist gut aufgestellt und mit einem Einzugsbereich von mehr als 700.000 Einwohnern die größte landesweit. Bordt hebt in diesem Zusammenhang auch die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Karlsruhe, die der Arbeit der Feuerwehrleitstelle zugute kommt, hervor. Ebenfalls reibungslos verläuft die Zusammenarbeit der Feuerwehren in Stadt- und Landkreis mit der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle. „Auch in Einsatz- und Stresssituationen haben wir ein gutes Miteinander“, berichtet Bordt.
Die im Oktober 2008 durchgeführte Stabsrahmenübung „Tornado“ bot sowohl für die Disponenten, als auch für die Leitstellenunterstützungsgruppe eine wertvolle Übungsmöglichkeit. Für die derzeit 25 Angehörigen der Leitstellenunterstützungsgruppe aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe wurden zusätzlich regelmäßige Fortbildungen durch die Mitarbeiter der Feuerwehrleitstelle angeboten.
Zahlreiche Besucher konnten in der Feuerwehrleitstelle als Gäste zu Besichtigungen begrüßt werden, informiert der organisatorische Leitstellenleiter abschließend. Interessiert an der Arbeit der Feuerwehrleitstelle waren beispielsweise Schulklassen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe, Angehörige von Jugendfeuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren, Besucher im Rahmen der Stadt- und Ortsranderholungen aus dem Landkreis Karlsruhe und die Kinder der Ferienbetreuung des Landratsamtes Karlsruhe.
Die Leitstelle ist rund um die Uhr mit zwei Disponenten besetzt. Von Montag bis Samstag ist zusätzlich noch ein Disponent im Tagesdienst tätig. Insgesamt verfügt die Leitstelle über 14 Personalstellen, jeweils die Hälfte besetzt durch die Stadt und den Landkreis. Die Leitung obliegt gemeinsam einem feuerwehrtechnischen Beamten des gehobenen Dienstes der Stadt Karlsruhe und dem Landratsamt Karlsruhe. Der Landkreis ist für die Organisation verantwortlich, die Stadt für die Technik.
Ansprechpartner für die gemeinsame Feuerwehrleitstelle im Landratsamt Karlsruhe ist Jürgen Bordt unter Tel. 0721/936-5541.
Medien-Info Nr. 224 Jahresbericht Feuerwehrleitstelle
[Rubrik: Landkreis-Karlsruhe] [Tags: feuerwehr]