Unter dem Motto „125 Jahre und kein bisschen alt” feiert das Badisches Konservatorium dieses Jahr Jubiläum [03.03.2009]

Breites Spektrum beim Eröffnungskonzert am 15. März im Konzerthaus

Unter das Motto „125 Jahre und kein bisschen alt“ hat das Badische Konservatorium seine Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen gestellt. Wie jung es über all die Jahre geblieben ist, möchte das KONS, wie es heute kurz genannt wird, im Jubiläumsjahr unter Beweis stellen.

Eröffnungskonzert

Den Auftakt bildet das Eröffnungskonzert am 15. März um 17 Uhr, das im Konzerthaus Ausschnitte aus dem Orchester- und Ensemblebereich des KONS präsentiert. Das Spektrum reicht von der Orchestersuite aus der Oper Carmen von Georges Bizet mit den Sinfonieorchestern sowie irischen Volksliedern von Bob Phillips, interpretiert von den Kinderorchestern Wirbel- und Saitenwind, über „Fusion“ von Brian Balmages mit dem Sinfonischen Blasorchester, „Gamerio“ von Tilman Hoppstock, gespielt von den Gitarrenensembles, Mitsingliedern, begleitet von dem Kinderchor „Die Tönespucker“ sowie prickelndem Jazz mit der Jazz-Combo. Rund 200 Kinder und Jugendliche präsentieren an diesem Abend die Ergebnisse intensiver Probenarbeit. Den Reigen der Jubiläumsveranstaltungen eröffnen Oberbürgermeister Heinz Fenrich und Kultusminister Helmut Rau. Kartenreservierungen sind über das Badische Konservatorium, Telefon 133-4301, möglich. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro, Familienkarten (zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder aus einer Familie) sind für 28 Euro zu haben.

Im Jubiläumsjahr bietet das KONS weiteren 20 Veranstaltungen, die über Lehrerkammerkonzerte, Musiktheater für Kinder, einen literarisch-musikalischen Salon, einen Cocktailabend mit der Jazzabteilung bis hin zu Orchester- und Schülerkonzerten in unterschiedlichen Besetzungen reichen. Den Abschluss bildet ein Open-Air-Konzert im Schlosspark mit Feuerwerk am 15. September, dem Gründungstag des Badischen Konservatoriums. Außer zur Eröffnungs- und zur Abschlussveranstaltung ist der Eintritt zum Besuch aller weiteren Veranstaltungen frei. Nähere Informationen zum Programm erteilt Peter Gries unter der Telefonnummer 0721/133-4330.

Qualität von Anfang an

Am 15. September 1884 durch Hofrat Heinrich Ordenstein unter dem Protektorat von Großherzogin Luise von Baden gegründet, entwickelte sich das Badische Konservatorium innerhalb nur weniger Jahre zur einer international anerkannten Ausbildungsstätte in der professionellen Musikausbildung und qualifizierten musikalischen Unterweisung von Laien. Gab es zunächst nur Unterricht in Klavier und Musiktheorie, wuchs die Zahl der Unterrichtsfächer sehr schnell um die Streichinstrumente, Gesang und die damit verbundenen Fächer der Theaterschule bis hin zur Erteilung von Fremdsprachenunterricht. Bereits 1894 war die Schülerzahl so immens angewachsen, dass ein neues, größeres Haus in der Sophienstraße 35 /41 bezogen werden musste. Genau 486 Schülerinnen und Schüler aus 20 Ländern beziehungsweise Staaten besuchten um die Jahrhundertwende das „Conservatorium“. Unterricht bekamen sie von 36 Pädagoginnen und Pädagogen in insgesamt 17 Fächern, darunter auch Philosophie, Poetik und Ästhetik.

1910 kamen nach der Auflösung der ersten allgemeinen Musikbildungsanstalt Karlsruhes noch die Blasinstrumente dazu. Der Geist Ordensteins prägte auch nach seinem Tod im Jahre 1921 weiterhin das Arbeiten und Wirken in der Sophienstraße. Das Badisches Konservatorium wurde ab dieser Zeit aufgrund des Vermächtnisses von Heinrich Ordenstein als städtische Einrichtung geführt. 1929 kam es zur formalen Trennung der Ausbildungszweige zwischen professioneller musikalischer Berufausbildung und Laienausbildung. 1955 folgte die endgültige Trennung in Staatliche Hochschule für Musik und Badisches Konservatorium sowohl in der Leitung als auch räumlich.

Alle Facetten musikalischer Förderung

Heute wird das Badische Konservatorium als Musikschule der Stadt Karlsruhe geführt. 2 400 Schülerinnen und Schüler nutzen die Angebote des KONS. Insgesamt 89 hoch qualifizierte Musiklehrerinnen und -lehrer unterrichten und betreuen sie. Das Angebot reicht von den KONS-Küken (Kinder im Alter von sechs Monaten mit einem Elternteil) über die Musikalische Früherziehung und Grundausbildung bis hin zu allen gängigen Orchesterinstrumenten, Jazz sowie Orgel, Akkordeon und Blockflöte. In 17 Orchestern und Chören sowie über 30 Kammermusikensembles erleben die Kinder und Jugendlichen heute Musik in der Gemeinschaft. Musiktheorie und Gehörbildung sowie zahlreiche Projekte runden das Angebot ab. Im Bereich der elementaren Musikausbildung sowie im instrumentalen Großgruppenunterricht kooperiert das KONS mit zahlreichen allgemein bildenden Schulen und Kindertagesstätten im gesamten Stadtgebiet.

Über hundert Schülerinnen und Schüler nehmen jährlich am Wettbewerb Jugend musiziert teil und erhalten vielfach Auszeichnungen bis auf Bundesebene. Ehemalige, die die Musik zur Profession gewählt haben, haben heute Positionen in namhaften Orchestern inne oder unterrichten bereits selbst wieder. Mit seinen über 200 Veranstaltungen gibt das KONS jährlich immer wieder neu und auf beeindruckende Weise einen Einblick in sein Schaffen sowie die Qualität der Ausbildung und bereichert damit auch das kulturelle Leben Karlsruhes.

Pressedienst der Stadt Karlsruhe vom Dienstag, 3. März 2009

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