Bilder und Dokumente gesucht [27.03.2008]

Förderkreis des Stadtjugendausschuss e.V. und Stadtarchiv Karlsruhe beschließen neues Buchprojekt

Die Geschichte der Jugendarbeit in Karlsruhe wird in einem eigenen Buchprojekt aufgearbeitet. Herausgeber der Dokumentation in der Reihe „Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs“ sind der Vorstand des Förderkreises des Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe und das Stadtarchiv Karlsruhe. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung des in Deutschland einmaligen Modells der Verbindung offener, verbandlicher und überverbandlicher Kinder- und Jugendarbeit beim Stadtjugendausschuss. Doch auch die Vorgeschichte der Einzelverbände in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ist interessant und wird in der Dokumentation Berücksichtigung finden.

Gleich zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten der „Wandervogel“ und die bunten Gruppierungen der Bündischen Jugend die Gesellschaft unter dem Motto „Jugend soll durch Jugend geführt werden“ aufgeschreckt. Die Misere der arbeitenden Kinder und Jugendlichen hatte 1904 fast gleichzeitig in Mannheim und Berlin zur Gründung der Arbeiterjungendbewegung geführt. Jetzt soll deren jeweilige Entstehung in Karlsruhe beleuchtet werden. Durch den 1. Weltkrieg unterbrochen organisierten sich eine Vielzahl von Bünden, Verbänden und Gruppierungen der Jugendarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Jugendbünde, dem Arbeitsportkartell, dem Stadtausschuss für Leibesübungen und Jugendpflege, dessen Vorsitzender der damalige und nach dem Kriege nicht unbekannte Pfarrer Kappes war.

Im Hinblick auf die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Baerenthal als Begegnungsstätte der Deutsch-Französischen Jugend ist interessant, dass bereits 1930 ein Schüler- und Studentenaustausch zwischen deutschen und französischen Jugendlichen stattfand, organisiert im „Sohlbergkreis“. Man traf sich abwechselnd auf dem „Sohlberg“, einer Einrichtung im Schwarzwald und in Frankreich. Mit der Machtergreifung der Nazis wurden die meisten Jugendbünde und Jugendverbände zerschlagen und verboten, einige in die Verbände der Hitlerjugend überführt. Auch diese Entwicklung findet in der Publikation Berücksichtigung. Viele Mitglieder der einzelnen Verbände trafen sich heimlich weiter im kirchlichen Bereich oder im Untergrund. Der Neubeginn der Jugendarbeit nach dem Nationalsozialismus und den schrecklichen Erlebnissen des 2. Weltkrieges beginnt mit der Geschichte der Jugendarbeit des Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe und seiner Gründungsmitglieder. Essentiell ist dabei auch die Arbeit des Rings Politischer Jugend.

Die Geschichte des Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe ist durch viele eigene Veröffentlichungen sehr gut dokumentiert. Weitere Fakten und Hinweise sind in seinem Archiv und im Stadtarchiv zu finden. Es wird interessant werden, in den Archiven der Mitgliedsverbände, besonders bei den beiden großen christlichen Kirchen und vielleicht auch durch noch lebende Zeitzeugen auf weitere interessante Fakten zu stoßen. Um die Publikation auf einen guten Weg zu bringen, benötigen die Macher aber auch Hilfe von außen. In vielen Karlsruher Vereinen, Familien und bei Einzelpersonen werden sicherlich noch Schriftstücke und Dokumente aufbewahrt, die sehr nützlich sein könnten. Ebenso gibt es Zeitzeugen, die helfen können, dieses Vorhaben zu realisieren. Für Interessenten stehen Volkmar Hafner-Koch vom Stadtjugendausschuss e.V. unter Telefon 133-5670 sowie der Vorsitzende des Förderkreises, Kurt Roth, unter Telefon 59 66 260, zur Verfügung.

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