„Musikfest für alle“ [03.06.2010]
Mit dem „eurofestival zupfmusik 2010“ findet weltgrößtes Zupfmusikertreffen in Bruchsal statt / Gäste und Musiker aus verschiedenen Kontinenten / Breites Programm vom 3. bis 6. Juni auch für die Öffentlichkeit
Bruchsal (pa). Pipa? Baglama? Bouzouki? Wohl kaum jemand, der bei den Namen dieser südeuropäischen und asiatischen Instrumente spontan an den Begriff „Zupfmusik“ denken würde. Damit bringt man in heimischen Gefilden wohl eher Zither und Harfe in Verbindung – und unterschätzt damit doch das Spektrum der instrumentalen „zupferischen“ Bandbreite erheblich. Zwischen dem 3. und 6. Juni bietet sich in Bruchsal während eines langen Wochenendes von Donnerstag bis Sonntag die willkommene Gelegenheit, beim „eurofestival zupfmusik 2010“ etliche dieser Instrumente einmal zu sehen und natürlich vor allem zu hören. Denn zum weltgrößten Zupfertreffen geben sich rund tausend Hobby- und Profimusiker im und um das Bürgerzentrum ein Stelldichein.
Orchester aus zwanzig verschiedenen Nationen, darunter Australien, China, Finnland, Israel, Japan, Weißrussland sowie USA, nehmen an diesem internationalen Musikfestival teil und dokumentieren damit zugleich eindrucksvoll dessen Bedeutung. Etliche Ensembles werden auch innovative Werke und insbesondere Uraufführungen mit im Gepäck haben, darunter Yoshinao Kobayashis programmatisch betiteltes Werk „Aquafishes“ für Mandoline und Gitarre sowie Franz Fellners Kompositionen „Patchwork“ und „Polychromos“ für Zupforchester und Zitherensemble. In der Lutherkirche ist am Abend des 3. Juni um 18 Uhr erstmals Christopher Grafschmidts „Missa brevis“ für Chor und Zupforchester zu hören. Insgesamt erfahren stolze zehn Werke deutscher, japanischer und österreichischer Komponisten in Bruchsal ihre Premiere. Schwerpunktthema eines runden Tisches, wie das gesamte Festival auch ausgerichtet vom Bund deutscher Zupfmusiker (BdZ), wird das Thema „Musik als Medium der Integration?“ sein.
Vor allem aber sollen die Bürger und Besucher von Bruchsal unmittelbar in das Festivalgeschehen mit einbezogen werden. Am 4. und 5. Juni können sie beim Flanieren durch die Stadt auf der Open-Air-Bühne am Holzmarkt die dort auftretenden Solisten und Ensembles erleben. Das soll natürlich auch dazu animieren, die übrigen Veranstaltungen im Bürgerzentrum, im Schloss sowie in der Musik- und Kunstschule zu besuchen. Bereits am Vorabend des Festivals, am 2. Juni um 17 Uhr, wird im Bürgerzentrum bei freiem Eintritt die Kinderoper „Blond, entführt – gerettet!?“ aufgeführt, eine Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“. Den Stummfilm „The Man with a Movie Camera“ wird das nordrhein-westfälische Landesjugendzupforchester mit Musik untermalen.
Für Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick ist das „eurofestival zupfmusik 2010“ ein willkommener Anlass, einen großen historischen Bogen von den Zeiten der barocken Hofmusik im Schloss bis zu den von Bundespräsident Horst Köhler besuchten Tagen der Chor- und Orchestermusik zu schlagen, mit deren Ausrichtung sich Bruchsal im Frühjahr 2008 einmal mehr als Gastgeber für bundesweite und internationale Festivals empfohlen hat. „In diese zwischenzeitliche Tradition breitenwirksamer Musikveranstaltungen möchte ich auch das ‚eurofestival zupfmusik 2010’ stellen“, so Petzold-Schick.
Und nicht nur die Stadt Bruchsal als Austragungsort nimmt Anteil an dieser Gastgeberrolle, sondern das ganze Bundesland. Ministerpräsident Stefan Mappus hat die Schirmherrschaft des Festivals übernommen, es ist Begleitprogramm zur großen Landesausstellung „Musikkultur in Baden-Württemberg“ und zugleich Teil des ganzjährig moderierten Projekts „Musikland Baden-Württemberg“.
Organisatorische Hinweise
Eintrittskarten zu sämtlichen Konzerten des „eurofestivals zupfmusik“ können – so lange der Vorrat reicht – ab Mittwoch, 2. Juni, um 16 Uhr an der Infotheke im Bürgerzentrum Bruchsal erworben werden. Für alle Aufführungen kostet der Eintritt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Am Abend des 4. Juni findet eine spezielle Nacht der Musik im Schloss Bruchsal statt, hier kostet der Eintritt 5 Euro. Die Karten hierfür sind an der Infotheke und abends vor Ort im Schloss erhältlich. Weitere Informationen: Tel. 07251/79-380 und mobil 0172/7409826.
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„Zupfer-Nacht“ im Schloss (Freitag, 4. Juni)
Am Freitag, 4. Juni wird das Bruchsaler Barockschloss ab 21.30 Uhr zum Mekka für zupfmusikalische Vielfalt und Virtuosität. In verschiedenen Sälen sind ausgewählte, teils internationale Ensembles und Solisten zu hören, darunter das Amsterdams Gitaaren en Mandolin Duo sowie Tang Hua aus China mit ihrer Pipa, einer langgestreckten, mit Darmsaiten bespannten birnförmigen Damenlaute. Zur Aufführung kommen verschiedene klassische Werke, neben Kompositionen von Johann Sebastian Bach auch Henry Purcells Semioper „King Arthur“ in der Bearbeitung für Zupforchester, Gitarrenquartett, Solisten und Erzähler.
Der Eintritt zur „Zupfer-Nacht“ im Schloss beträgt 5 Euro, ein begrenztes Kartenkontingent ist – so lange der Vorrat reicht – ab Mittwoch, 2. Juni, 16 Uhr im Veranstaltungsbüro (Foyer des Bürgerzentrums Bruchsal) sowie am 4. Juni abends direkt vor Ort im Eingangsbereich des Schlosses erhältlich. Im Zeitraum von 21 bis 24 Uhr ist außerdem das Deutsche Musikautomaten-Museum mit seiner derzeitigen Sonderausstellung „Schwarzwaldmädel“ sowie der „Schatzkammer“ mit der Dauerausstellung zu selbstspielenden Figurenautomaten geöffnet und im Eintritt inbegriffen.
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Zupferparty mit Open-Air-Bühne
(Samstag, 5. Juni, ab 21.30 Uhr)
Zupfen – open Air? Geht das? Nun: Gitarren, Mandolinen und Co. müssen es keineswegs immer nur bei beschaulich-zarten Klängen belassen, sondern sind sehr wohl auch unter freiem Himmel „festivaltauglich“. Bei einer Zupfer-Party, zu der die Bevölkerung ganz ohne Eintritt eingeladen ist, spielen die Teilnehmer und Musiker des „eurofestival zupfmusik 2010“ am Samstagabend, 5. Juni, ab 21.30 Uhr beim Bruchsaler Holzmarkt auf. Ein sattes und (fast) nachtfüllendes Programm erwartet die Besucher, ein breites Spektrum der Klangvielfalt unterschiedlichster Musikinstrumente.
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Auszüge aus dem Programm
Mittwoch, 2. Juni (Vorprogramm)
17 Uhr
„Blond, entführt – gerettet?“ Kinderoper nach Mozart (Eintritt frei). – Bürgerzentrum
Donnerstag, 3. Juni
10.30 Uhr
The Israeli Plectrum Orchestra, Duo Tolkacheva, Mandolinata Karlsruhe – Bürgerzentrum
14.30 Uhr
Saarländisches Jugendorchester, Gitarrenensemble Rheine, Highregister Orchestra u. a. – Bürgerzentrum
16 Uhr
Jugendzupforchester Nordrhein-Westfalen – Stummfilm „The Man with a Movie Camera“ – Musik- und Kunstschule
18 Uhr
Uraufführung „Missa brevis“ (Christopher Grafschmidt) – Lutherkirche
19.30 Uhr
The Strings, Landeszupforchester Nordrhein-Westfalen, West Australian Mandolin Orchestra, Wolga-Virtuosen u.a. – Bürgerzentrum
Freitag, 4. Juni
ab 11 Uhr
Open-Air-Bühne – Holzmarkt
14.30 Uhr
Landeszupforchester Nord, Jugendorchester des Saarlandes, Sachsen und Brandenburg-Berlin – Bürgerzentrum
16 Uhr
Jugendzupforchester Nordrhein-Westfalen – Stummfilm „The Man with a Movie Camera“ – Musik- und Kunstschule
19.30 Uhr
Orchester aus Baden-Württemberg – Bürgerzentrum
ab 21 Uhr
Deutsches Musikautomaten-Museum geöffnet (bis 24 Uhr) – Schloss
ab 21.30 Uhr
Zupfer-Night – Schloss
Samstag, 5. Juni
ab 11 Uhr
Open-Air-Bühne – Holzmarkt
ab 14.30 Uhr
Zupforchester Friedrichweiler, Kataoka-Ensemble u.a. – Bürgerzentrum
19.30 Uhr
Saarländisches Zupforchester, Kubota-Philomandolinen u.a. – Bürgerzentrum
ab 21.30 Uhr
Zupferparty – Bruchsaler Innenstadt/Holzmarkt
Sonntag, 6. Juni
11 Uhr
Ayako Yokota, Neue Münchner Gitarristen, Antipodean Ensemble u. a. – Bürgerzentrum
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Am 2. Juni im Bruchsaler Bürgerzentrum / Eintritt frei
Eine Kinderoper – sehr frei nach Mozart
„Blond, entführt – gerettet!?“ – so lautet der Titel des Opernprojekts des Jugendzupforchesters Hessen (JZOH) und des Hessischen Zupforchesters (HZO) von Kindern für Kinder, das am 2. Juni im Bruchsaler Bürgerzentrum im Rahmen des „eurofestival zupfmusik 2010“ aufgeführt wird. Sabine Geis, Dirigentin des JZOH, hat Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ für Zupforchester bearbeitet und die Geschichte kurz und knapp für Kinder auf den Punkt gebracht: Der junge spanische Edelmann Belmonte möchte seine Braut Konstanze, deren Zofe Blonde und seinen Diener Pedrillo aus dem Serail des orientalischen Herrschers Bassa Selim befreien. Oberaufseher in den Gärten des Bassas und Wächter über die Gefangenen ist der grobe Osmin. Dieser vereitelt die wohlgeplante Flucht in letzter Sekunde. Osmin beschwört seinen Herren, keine Gnade walten zu lassen und die Verräter allesamt hinzurichten. Die Entscheidung Selims, die mit seiner eigenen tragischen Geschichte verwoben ist, fällt in einer dramatischen Schlussszene…
Mit diesem Projekt leistet das eurofestival zupfmusik 2010 einen wichtigen Beitrag zu einer kulturellen Entwicklung, die immer größere Kreise zieht – spezielle Musiktheaterprojekte für Kinder, die nicht nur Schwellenängste nehmen sollen, sondern vor allem das Publikum von morgen auf die Kunstform Oper vorbereiten. Das Kinderopernprojekt des eurofestival zupfmusik knüpft hier unmittelbar an. Zu einer Vorab-Aufführung am 2. Juni um 17 Uhr, mit der gleichzeitig das größte Zupfmusikfestival der Welt inoffiziell eröffnet wird, sind alle Kinder ab 8 Jahren mit ihren Eltern herzlich eingeladen.
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